Futterumstellung beim Hund
So gelingt der Wechsel von Trockenfutter auf Natur
Du hast dich entschieden. Die Tüte mit den braunen Kroketten soll weg, echtes Essen soll her. Du hast das Futter bei emPAWer bestellt, der Karton steht in der Küche. Doch jetzt, wo es ernst wird, kommt die Unsicherheit:
«Was, wenn er Durchfall bekommt?» «Darf ich einfach so wechseln?» «Wie mache ich das am besten?»
Atme tief durch. Das ist ganz normal. Der Wechsel von Industriestandard auf Natur ist für den Körper deines Hundes eine Umstellung – aber eine, die er meistern kann. Man muss nur wissen, wie. Diese Futterumstellung beim Hund klappt am besten mit einem klaren Plan, der zum Bauchgefühl deines Hundes und zu deinem Alltag passt.
In diesem Guide zeigen wir dir einen sicheren Weg, egal ob du auf BARF oder gegartes Futter wechselst.
Warum der Magen erst «trainieren» muss
Stell dir vor, du hast dich jahrelang nur von Zwieback ernährt. Und plötzlich isst du ein Steak. Dein Magen wäre überfordert, oder? Genauso geht es einem Hund, der jahrelang nur Trockenfutter gefressen hat.
Das technische Problem: Trockenfutter ist stark verarbeitet und meist sehr kohlenhydratreich. Dadurch wird der Magen eines „Trockenfutter-Hundes“ ein Stück weit bequem und auf dieses Futter eingestellt. Damit echtes Essen gut verdaut werden kann, muss der Körper wieder mehr Magensäure bilden und die Verdauung hochfahren.
Die gute Nachricht: Der Körper lernt das schnell. Deshalb müssen wir ihm nur ein paar Tage Zeit geben, den Motor wieder hochzufahren.
Szenario A: Der Wechsel auf Gegartes
Für unsere Linien: Frischnahrung & Bio-Nassfutter
Das ist die einfachste Variante. Da das Futter durch das Garen bereits „angekocht“ ist, fällt die Umstellung dem Verdauungssystem meist leichter als beim Schritt direkt von Trockenfutter auf roh.
Deshalb kannst du das neue Futter direkt unter das alte mischen. Wir empfehlen einen Zeitraum von etwa 7 bis 14 Tagen:
Tipp: Wird der Kot zwischendurch etwas weicher? Keine Panik. Dann bleib einfach ein, zwei Tage länger auf der aktuellen Stufe, bevor du den Anteil wieder erhöhst.
Szenario B: Der Wechsel auf BARF (Rohfütterung)
Für unsere BARF-Menüs
Hier gelten ein paar andere Spielregeln. Zuerst die wichtigste Empfehlung: Wir raten davon ab, rohes Fleisch und Trockenfutter in derselben Mahlzeit zu mischen.
Warum? Trockenfutter und rohes Fleisch haben unterschiedliche Verdauungszeiten. Wenn du beides in einem Napf gibst, kann das Fleisch im „Stau“ des Trockenfutters liegen bleiben. Dadurch kommt es bei vielen Hunden zu Blähungen, Bauchgrummeln oder weicherem Kot.
Du hast zwei gute Möglichkeiten für den Wechsel:
METHODE 1: DER KALTE ENTZUG («COLD TURKEY»)
Diese Methode ist ideal für junge, gesunde und unempfindliche Hunde. Viele Ernährungsprofis empfehlen diesen klaren Schnitt, damit kein „Verdauungs-Chaos“ entsteht.
Optionaler Fastentag
Du hast zwei Möglichkeiten, den Start vorzubereiten:
- Entweder lässt du nur die letzte Mahlzeit am Vorabend aus (z. B. das Abendessen)
- oder du lässt deinen Hund für einen Tag fasten (max. 24 Stunden)
So kann sich der Magen-Darm-Trakt leeren und ist bereit für das neue Futter.
Wichtig: Bei Welpen, sehr schlanken, älteren oder kranken Hunden bitte immer zuerst mit deiner Tierärztin / deinem Tierarzt abklären, ob Fasten sinnvoll und sicher ist.
Start
Am nächsten Morgen gibt es dann 100 % BARF.
Tipp: Starte mit einer leichten Fleischsorte wie Huhn (z. B. Pouletfestmahl). Rotes Fleisch ist für den Anfang oft etwas schwerer. Ausserdem sind zwei bis drei kleinere Portionen am Tag meist bekömmlicher als eine grosse.
METHODE 2: DIE GETRENNTE UMSTELLUNG
Ideal für vorsichtige Hundeeltern, Welpen oder ältere Hunde. Hier fütterst du Trockenfutter und BARF noch eine Zeitlang parallel, aber zeitlich getrennt.
- morgens: das gewohnte Trockenfutter
- abends: eine kleine Portion BARF (mit mindestens 8–10 Stunden Abstand)
Über 7–14 Tage:
- morgens nach und nach weniger Trockenfutter
- abends nach und nach mehr BARF
Bis du irgendwann morgens gar kein Trockenfutter mehr gibst und komplett auf BARF umgestellt hast.
WAS IST NORMAL BEI DER UMSTELLUNGSPHASE?
In den ersten 1–2 Wochen stellt sich der Stoffwechsel um. Deshalb erschrick nicht, wenn du Folgendes beobachtest:
Schleim im Kot
Schleim im Kot nach der Futterumstellung ist in den ersten Tagen häufig ein Zeichen, dass sich der Darm an die neue Nahrung anpasst und seine Schleimhaut regeneriert. Viele nennen das «Entgiftung». Tatsächlich geht es fachlich eher um eine Umstellungs- und «Aufräumphase» des Darms.
Solange dein Hund munter ist, normal frisst und kein Blut im Kot zu sehen ist, ist das meist unproblematisch.
Hund trinkt weniger
Wenn dein Hund nach dem Futterwechsel weniger trinkt, ist völlig normal. Trockenfutter enthält sehr wenig Wasser. Deshalb trinken viele Hunde mit Trockenfutter-Ernährung deutlich mehr.
Bei natürlicher, feuchter Nahrung (BARF oder Nassfutter) deckt dein Hund einen grossen Teil seines Flüssigkeitsbedarfs direkt über das Futter.
Darum ist es in der Regel ein gutes Zeichen, wenn er nach femweniger am Wassernapf steht.
Weniger kot
Viele Hunde setzen weniger und kleinere Häufchen ab. Das ist logisch: Wenn dein Hund mehr Nährstoffe aus seinem Futter wirklich verwerten kann, bleibt weniger «Ballast» übrig, der wieder ausgeschieden werden muss.
Profi-Tipps für den Erfolg
Damit die Umstellung nicht nur klappt, sondern auch stressfrei bleibt, kommen hier drei Profi-Tipps aus der Praxis:
1. Die Brücke Bauen
Dein Hund schaut das rohe Fleisch skeptisch an? Das ist völlig normal bei Hunden, die jahrelang nur Kroketten mit künstlichen Aromen kannten.
Variante A: Anbraten
Brate das BARF-Menü kurz in der Pfanne an oder übergiesse es mit warmem Wasser. Dadurch entfalten sich die Fleischaromen intensiver.
Wenn er es so frisst und gut verträgt, garst du es jeden Tag ein bisschen kürzer, bis es wieder komplett roh ist.
Variante B: Über die dampfgegarte Linie gehen
Alternativ kannst du unsere dampfgegarte Linie als „Brücke“ nutzen:
- Schritt: vom Trockenfutter auf Dampfgegart umstellen (das fällt vielen Hunden leichter, weil es gekocht ist und intensiver riecht).
- Schritt: sobald sich Verdauung und Geschmack an natürliches Futter gewöhnt haben, von Dampfgegart weiter auf BARF wechseln.
So nimmst du deinem Hund gleich zwei Hürden: die Umstellung von trocken auf frisch und von gegart auf roh – in kleinen, gut machbaren Schritten.
2. Geduld und ein gesunder Appetit
Gib in der Umstellungsphase möglichst keine Leckerlis, Tischreste oder Kauartikel nebenbei.
Wenn dein Hund mit leichtem Appetit an den neuen Napf geht, steigt die Chance enorm, dass er das neue Futter annimmt.
Wichtig: Frisches Wasser muss natürlich immer bereitstehen.
3. Bleib entspannt
Hunde spüren unsere Stimmung. Wenn du den Napf mit Sorge hinstellst («Hoffentlich frisst er das…»), wird dein Hund skeptischer sein.
Stell das Futter hin, als wäre es das Normalste der Welt. Ruhig, sicher, bestimmt. Dein Hund orientiert sich an deiner Haltung.
Durchfall nach Futterwechsel: Wann abklären?
Weicher Kot ist in den ersten Tagen einer Futterumstellung nicht ungewöhnlich. Der Darm stellt sich um und braucht manchmal kurz, bis er den neuen Rhythmus gefunden hat.
Wann du zum Tierarzt solltest: Du solltest es tierärztlich abklären lassen, wenn dein Hund matt wirkt, erbricht, Blut im Kot ist oder der Durchfall sehr wässrig ist und länger als ein bis zwei Tage anhält. Auch bei Welpen, sehr kleinen Hunden, Senioren oder chronisch kranken Hunden gilt: lieber einmal zu früh als zu spät.
Erste Hilfe bei weichem Kot: Wenn dein Hund sonst fit ist, reicht oft ein Schritt zurück in der Umstellung. Bleib ein, zwei Tage länger auf der letzten gut vertragenen Stufe und erhöhe erst dann wieder langsam.
Und wenn du unsicher bist, schreib uns. Wir schauen es gemeinsam an.
Fazit
Der Wechsel wirkt am Anfang kompliziert, aber nach ein, zwei Wochen ist es Routine.
Dein Hund wird es dir danken – mit mehr Energie, besserer Verdauung, gesundem Fell und einem Napf, der jedes Mal gründlich leergeleckt ist.
Hast du Fragen oder ist dein Hund ein besonderes Sensibelchen? Schreib uns. Wir begleiten dich gerne Schritt für Schritt durch die Umstellung.
Un abrazo
Paula