Niereninsuffizienz bei Katzen (CNI)

Wie die Ernährung die Nieren entlasten kann

Wenn bei deiner Katze eine Chronische Niereninsuffizienz (CNI) diagnostiziert wurde, möchte ich dir zuerst eines sagen: Es gibt Hoffnung. Es gibt Möglichkeiten, ihren Zustand und ihre Lebensqualität durch die Ernährung spürbar zu verbessern. Hier erfährst du, wie du über die Ernährung bei Niereninsuffizienz bei Katzen die Nieren entlasten kannst und warum Feuchtigkeit und hochwertiges tierisches Protein so wichtig sind.

CNI ist eine der häufigsten Erkrankungen bei älteren Katzen, meist ab dem 7. oder 8. Lebensjahr. Aktuelle Studien1 zeigen eine deutliche Häufung im Alter:

  • 13 % bei Katzen unter 4 Jahren
  • 24 % bei Katzen zwischen 4 und 10 Jahren
  • Über 30 % bei Katzen ab 10 Jahren

Doch was passiert da eigentlich im Körper – und wie können wir gegensteuern?

WAS BEDEUTET «NIERENINSUFFIZIENZ»?

Von einer Insuffizienz sprechen wir, wenn die Niere bereits etwa zwei Drittel ihrer Funktion eingebüsst hat. Die verbleibenden Filter-Einheiten (Nephrone) müssen dann die Arbeit der ausgefallenen Teile mitübernehmen. Sie arbeiten im wahrsten Sinne des Wortes auf Hochtouren. Das ist Schwerstarbeit für das Organ.

Chronische Niereninsuffizienz bei Katzen: Infografik zeigt Nephronverlust von Stadium I bis IV und die höhere Belastung der verbleibenden Nephrone.

Stark vereinfacht dargestellt: Wenn weniger Nephrone arbeiten, müssen die verbleibenden umso mehr leisten. Das kann einen Teufelskreis aus Belastung und weiterem Verlust verstärken.

SYMPTOME ERKENNEN: WANN MUSS DIE KATZE ZUM TIERARZT?

Die Anzeichen sind oft unspezifisch und werden leicht übersehen. Häufig fällt erst etwas auf, wenn die Erkrankung schon weiter fortgeschritten ist. Typische Warnsignale, bei denen du die Katze tierärztlich abklären solltest:

  • Unregelmässiger Appetit oder Futterverweigerung
  • Gelegentliches Erbrechen
  • Vermehrter Durst (Polydipsie)
  • Häufiges Urinieren und grosse Urinmengen (Polyurie)
  • Struppiges, glanzloses Fell
  • Vernachlässigung der Fellpflege
  • Apathie oder Teilnahmslosigkeit

 

Eine präzise Diagnose durch den Tierarzt (Blutbild mit SDMA, Urinanalyse, Blutdruckmessung) ist hier unerlässlich.

Nierendiät bei Katzen: Wie wir die Organe über das Futter entlasten

Medikamente und Infusionen können bei CNI nötig sein. Unser Fokus liegt hier auf dem, was du täglich beeinflussen kannst: Die Ernährung.

Die Ziele einer guten Nierendiät sind klar:

  • Dehydrierung verhindern (das Wichtigste!).
  • Verdauungsstörungen lindern, die durch Giftstoffe im Blut entstehen.
  • Den Phosphor-Spiegel senken.
  • Einen Kaliummangel ausgleichen.
  • Hochwertige Proteine liefern, um Muskelabbau zu verhindern.

 

Wenn man diese Punkte anschaut, wird schnell klar: Eine frische Ernährung mit hohem Feuchtigkeitsgehalt, die nicht zu Trockenfutter verarbeitet und nicht hoch erhitzt wird, ist für einen strikten Fleischfresser wie die Katze der logischste Weg.

DAS PROBLEM MIT TROCKENFUTTER BEI CHRONISCHER NIERENINSUFFIZIENZ

Handelsübliche Diät-Trockenfutter haben vor allem zwei Schwachstellen: Die Qualität der Proteine und die Feuchtigkeit.

Stark verarbeitete Futtermittel enthalten oft Proteine minderer biologischer Wertigkeit. Deshalb kann sie der Körper nur schlecht nutzen. Die Folge? Die Katze baut körpereigene Muskulatur ab (kataboler Zustand). Dabei entstehen unter anderem Harnstoff und andere Abfallstoffe. Und genau diese belasten die kranke Niere noch mehr.

Unser Ziel muss also sein: Weniger Abfall durch hochwertige, tierische Proteine.

In der Praxis sehen wir oft folgende Kombination: Trockenfutter im Napf und regelmässige Infusionen unter die Haut, um Flüssigkeit zuzuführen.

Wäre es nicht sinnvoller, das Wasser direkt mit dem Futter zu geben? Wasser, das neben dem Trockenfutter getrunken wird, reicht bei vielen CNI-Katzen nicht aus, um sie wirklich gut zu hydrieren.

Nahrung mit ca. 70–80 % Feuchtigkeit (z.B. BARF oder hochwertiges Nassfutter) hydriert den Körper nachhaltiger: Das Wasser dient nicht nur zum „Durchspülen“, sondern als Träger für Nährstoffe und wird besser im Körper verteilt.

BARF UND HOCHWERTIGES NASSFUTTER ALS LÖSUNG

Wie setzen wir das in der Praxis um?

KONTROLLE VON GIFTSTOFFEN

Bisher gibt es keine eindeutigen Belege dafür, dass hochwertige Proteine an sich die Erkrankung verschlimmern. Problematisch wird es, wenn:

Proteine schlecht verwertbar sind oder der Körper eigene Muskulatur abbaut, weil zu wenig oder zu minderwertiges Eiweiss gefüttert wird.

Dabei entstehen vermehrt Abbauprodukte wie Harnstoff. Die Lösung ist deshalb nicht, Proteine drastisch zu reduzieren, sondern hochwertige tierische Proteine in angepasster Menge zu füttern, die möglichst wenig Abfallstoffe produzieren.

PHOSPHOR, KALIUM & OMEGA-3

Ein kritischer Punkt bei einer Nierendiät ist der Phosphorgehalt. In einer gut bilanzierten BARF-Ration senken wir den Phosphorgehalt (z.B. Verzicht auf Knochen) und behalten das Kalium im Blick.

Zusätzlich hat sich die Zugabe von hochwertigem Omega-3 (z.B. aus Fischöl) als sehr effektiv erwiesen. Es wirkt entzündungshemmend und schützt das empfindliche Nierengewebe.

FUTTERUMSTELLUNG BEI NIERENKRANKEN KATZEN

Hier liegt in der Praxis oft die grösste Hürde.

Katzen sind Gewohnheitstiere (neophob) und akzeptieren Veränderungen im Napf nur ungern. Kommt dazu noch Übelkeit durch die Nierenerkrankung, wird es kompliziert.

Mein Rat für die Umstellung:

  • Langsam vorgehen. Kleine Schritte sind besser als radikale Wechsel.
  • Manchmal müssen zuerst Symptome wie Übelkeit oder Übersäuerung medikamentös behandelt werden, bevor die Katze bereit ist, neues Futter zu akzeptieren.
 
Mehr Tipps für eine erfolgreiche Umstellung findest du in unserem Blogartikel «Futterumstellung bei Katzen».

 

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Wichtig ist: Gib nicht zu schnell auf.

Wir können den Verlauf der Erkrankung nicht in jedem Fall aufhalten. Aber mit einer Ernährung, die den Körper entlastet statt ihn auszutrocknen, können wir viele Katzen spürbar mehr Lebensqualität zurückgeben.

FAZIT: PRÄVENTION DURCH ARTGERECHTE NAHRUNG

Wir haben viel über Krankheit gesprochen. Die gute Nachricht zum Schluss:

Eine artgerechte, feuchtreiche Ernährung von Anfang an ist der beste Schutz für die Niere deiner Katze. Je näher du von Beginn weg an einer natürlichen, wasserreichen Ernährung bist, desto besser entlastest du die Nieren im Laufe des Lebens.

Hast du Fragen zur Fütterung deiner nierenkranken Katze? Wir helfen dir gerne weiter.

Un abrazo 

Paula

Dieser Artikel basiert auf der fachlichen Expertise von Julia Amaya Espíndola, Tierärztin spezialisiert auf Feline Medizin (Kollegial-Nr. 7275).

1Lulich JP, O’Brien TD, Osborne CA, et al. Feline renal failure: questions, answers, questions. Compend Educ Pract Vet. 1992;14:127–152.

Zum spanischen Fachartikel: Insuficiencia renal en Gatos: ayúdale con la dieta natural

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Der Trick mit dem Eiweiss-Wert: Viele Hersteller setzen auf Erbsen, Linsen oder Bohnen, damit der Proteingehalt auf dem Etikett höher aussieht. Entscheidend ist aber nicht nur die Zahl, sondern die Quelle: Hunde und Katzen können pflanzliches Eiweiss deutlich schlechter verwerten als tierisches.

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Zutaten sowie Verarbeitungs-, Lagerungs-, Kühl- und Transportprozesse entsprechen denselben Standards wie für Menschen – echte Lebensmittelqualität statt Tierfutterstandard.